Schritt 1: Den Tod bestätigen lassen
Stirbt jemand zu Hause, rufst du zuerst den Notruf (112) oder den Hausarzt an. Nur ein Arzt darf den Tod feststellen — die sogenannte Leichenschau. Sie dauert in der Regel weniger als eine halbe Stunde.
Stirbt jemand im Krankenhaus oder Pflegeheim, übernimmt die Einrichtung das für dich. Du musst nicht sofort dorthin fahren — die meisten Häuser haben Abschiedsräume, in denen du später in Ruhe Abschied nehmen kannst.
Schritt 2: Die ersten Menschen informieren
Überleg dir, wen du als Erstes brauchen würdest — nicht, wer „es erfahren muss". Ein Anruf an eine vertraute Person reicht für den Anfang. Alles andere kann warten: Anrufe kann man abgeben, Aufgaben kann man teilen. Ein Freund kann Blumen organisieren, eine Nachbarin kann Kaffee kochen für die, die kommen.
Wenn Eltern, Kinder oder Geschwister weiter weg wohnen: Es gibt keine Pflicht, es am Telefon perfekt zu machen. „Papa ist gestern gestorben. Ich brauche dich." ist ein vollständiger Satz.
Schritt 3: Dokumente suchen
Mehr brauchst du fürs Erste nicht:
- Ausweis oder Reisepass des Verstorbenen
- Versichertenkarte (Krankenkasse)
- Bestattungsvorsorgevertrag, falls vorhanden
- Eine Liste der Menschen, die informiert werden sollen
Schritt 4: Bestatter wählen — das darf warten
Du hast mehr Zeit, als du denkst: In der Regel darf der Verstorbene bis zu 36 Stunden zu Hause bleiben, bevor eine Überführung nötig wird. Ein seriöser Bestatter...
- ...kommt auf Wunsch zu dir nach Hause — du musst nicht ins Bestattungshaus
- ...nennt dir am Telefon eine ehrliche Preisspanne, ohne dich unter Druck zu setzen
- ...hat Zeit für deine Fragen, auch wenn du dich noch nicht festlegen willst
Schritt 5: Für dich selbst sorgen
Der Schock ist echte Arbeit für deinen Körper. Iss etwas, trink Wasser, geh kurz raus. Wenn du nicht schlafen kannst, ist das normal. Wenn du kannst, lass jemanden bei dir sein.
Was in den nächsten Tagen auf dich zukommt
Nach den ersten 24 Stunden beginnt die Organisation: Überführung, Sterbeurkunde beim Standesamt beantragen (dafür brauchst du meist Termin), Trauerfeier planen. Das ist der Moment, in dem ein Bestatter dir fast alles abnehmen kann — die meisten Familien unterschätzen, wie viel.
