Sterbeurkunde: das wichtigste Dokument nach dem Tod
Bank, Versicherung, Grundbuchamt — fast alles läuft über dieses eine Blatt Papier.
Kurz geantwortet: Die Sterbeurkunde stellt das Standesamt des Sterbeorts aus. Du brauchst sie für Bank, Versicherungen, Ämter und den Erbschein — meist 5–10 beglaubigte Kopien (je ca. 11–12 €). Beantragt wird sie meist vom Bestatter für dich mit; du kannst sie aber auch selbst abholen, wenn du deine Unterlagen dorthin bringst.
Was die Sterbeurkunde ist — und was nicht
Die Sterbeurkunde ist die amtliche Bestätigung des Todes. Sie entsteht beim Standesamt, das den Tod beurkundet — meist in der Gemeinde, in der der Mensch gestorben ist. Das Standesamt am Wohnort des Verstorbenen ist meist eine andere Behörde.
Wichtig: Die Urkunde ist nicht dasselbe wie die Todesbescheinigung. Die Todesbescheinigung (auch „Totenschein") stellt der Arzt beim Feststellen des Todes aus — sie geht an das Standesamt und wird NICHT an dich herausgegeben. Für Banken und Versicherungen brauchst du immer die Sterbeurkunde.
Wie viele brauchst du wirklich?
Bank: mind. 1 Original für die Kontoeinsicht/Sperre — Banken behalten die Kopie, gib also genügend mit
Versicherungen: je 1 Original pro Police (Lebens-, Sterbegeld-, Unfallversicherung)
Grundbuchamt: 1 Original, wenn Immobilien im Spiel sind
Arbeitgeber/Pension: 1 Original für die Abmeldung von Rente oder Gehalt
Deutsche Rentenversicherung: 1 Original, wenn Rente lief
Erbschein beim Nachlassgericht: 1 Original — für den offiziellen Erbnachweis
Unser Rat: Bestell lieber 8–10 Urkunden direkt mit. Jede kostet ca. 11–12 €, aber du sparst dir Wege und Wartezeiten. Reste behältst du — sie werden bei Erbschaftsangelegenheiten später wieder gebraucht.
Was du mitbringst (Standesamt)
Todesbescheinigung (vom Arzt — die bekommst du vom Bestatter oder der Klinik)
Ausweis oder Reisepass des Verstorbenen
Personalausweis des Verstorbenen
Ggf. Heiratsurkunde bzw. Familienstammbuch
Dein eigenes Ausweisdokument
Wie lange dauert es?
Die Urkunde ist meist nach 2–3 Werktagen abholbereit — in den meisten Fällen übernimmt dein Bestatter den kompletten Gang zum Standesamt und die Abholung für dich. Frag einfach danach, das gehört in fast allen Fällen zum Leistungsumfang.
Was andere fragen
Viele Standesämter bieten den Antrag online an — verlässlich geht es aber meist über den Bestatter, der die Beurkundung ohnehin begleitet. Wenn du selbst hin gehst: Ruf vorher an und frag nach Termin und nötigen Dokumenten. Manche Ämter verlangen einen Termin.
Für die meisten Länder reicht die internationale Sterbeurkunde (mehrsprachig) — bestell sie direkt mit, sie kostet dasselbe. Manche Länder verlangen zusätzlich eine Apostille (Beglaubigung der Landgerichte). Frag beim Standesamt nach, wenn die Bestattung oder Erbschaft im Ausland läuft.
Fast alle Institutionen verlangen ein Original — einfache Kopien werden fast nie akzeptiert. Ausnahme: Manche Banken und Versicherungen akzeptieren für erste Schritte eine Kopie, verlangen dann aber das Original nach. Plane mit 8–10 Exemplaren, dann bist du auf der sicheren Seite.
Fachlich geprüft durch die Bestatter von bestattung.de · Zuletzt aktualisiert: September 2026